So hältst du bis zum Ende durch:

Du hast dich motiviert, anzufangen, aber hast nie gedacht, dass deine Bachlorarbeit oder die Vorbereitung für eine Prüfung soooooo viel Zeit in Anspruch nimmt. Jetzt verlassen dich langsam Mut und Motivation. Damit du das Wort „aufgeben“ aus deinem Wortschatz streichen kannst, haben wir die folgenden Hacks zusammengetragen, die dir auf deiner langen Reise helfen werden:

Den What the Hell-Effekt verhindern

So wirfst du nicht gleich das Handtuch:

Vielleicht ist dir das Folgende schon einmal passiert. Du hattest dir zum Ziel gesetzt, jeden Tag mindestens drei Stunden an deiner Hausarbeit zu schreiben. Das funktionierte – sogar überraschend gut. Etliche Wochen hast du jeden Tag recherchiert und geschrieben. Doch dann kam diese legendäre Party und der noch legendärere Kater am nächsten Tag. Du hattest dein Ziel verfehlt, warst enttäuscht von dir. Da würde es den Braten auch nicht mehr fett machen, wenn du noch einen weiteren Tag nichts machst. Nach einer Woche ohne etwas getan zu haben, hast du dich gefragt, wie das passieren konnte.

Du bist somit dem What the Hell-Effekt zum Opfer gefallen. Nachdem du ein Ziel verpasst hast, ist deine Motivation im Eimer und dein Schweinehund hat Oberwasser gewonnen. Den Effekt kannst du nicht vollkommen ausschließen, aber du kannst ihn eindämmen:

Erstens: 

 Setze dir langfristige Ziele. Wenn du einen Tag einen Durchhänger hast, konzentriere dich auf deine Wochenleistung. Dadurch kannst du einen verlorenen Tag locker wieder aufholen. Zudem kannst du dir einen freien Tag die Woche einplanen, den du flexibel legst. Dadurch hat dein Schweinehund nicht das Argument,
du hättest dein Ziel nicht erreicht und bräuchtest nun eh nicht mehr weitermachen.

Zweitens: 

Sei dir des What the Hell-Effekts bewusst. Wenn du für einen Tag aus deinem Plan ausbrichst, solltest du besonders
achtsam sein. Du befindest dich in einer etwas schwierigeren Situation und brauchst extra Motivation. Beispielsweise kannst du eine extra große Belohnung (» Die Leckerli-Methode) einplanen oder holst dir Unterstützung, indem du dich mit einem Freund für die Bibliothek verabredest (» Die Rubikon-Methode).

So gelingt dir dieser Study-Hack: 

  • Setze dir langfristige Ziele. Hier kann ein Monats- oder sogar Jahreskalender, der über deinem Schreibtisch hängt, als visuelle Unterstützung helfen.
  • Wenn du ein Teilziel (» Die Salamitechnik) verfehlt hast, sei besonders achtsam und überlege dir, mit welchem Study-Hack du deinen Schweinehund extra motivieren kannst, nicht aufzugeben.
Die Zielfokussierungstechnik

So richtest du dich auf Langzeitziele aus:

Dein Schweinehund hat eine Präferenz: Lieber sofort ein wenig Spaß und Freude, als langfristig auf etwas hinzuarbeiten. Er ist sehr kurzsichtig und schaut nur auf die schönen Dinge, die direkt vor seiner Nase liegen. Die viel größere Belohnung, die erst nach sehr viel mehr Zeitaufwand und harter Arbeit zu erreichen ist, sieht er nicht.

Ein Beispiel: Philipp Lahm hat als Kapitän der Fußballnationalmannschaft 2014 den FIFA WM Pokal in die Höhe gestreckt. Zuvor hatte er wiederholt über mehrere Jahre das Video angesehen, in dem Lothar Matthäus den Weltmeisterschafts-Pokal erstmals in den Händen hielt. Die Vorstellung, dass er es sein könnte, hat ihn jahrelang motiviert, hart zu arbeiten.

Auf dein Studium übertragen, kannst du dir abends vor dem Einschlafen in allen Details vorstellen, wie sich dein Studienabschluss anfühlen könnte. Der Moment, in dem du dein Zeugnis überreicht bekommst und dir die Professoren gratulieren. Das Gefühl, welches du haben wirst, wenn sich die letzten Jahre voller Schweiß und harter Arbeit gelohnt haben.

Nur wenn du dein langfristiges Ziel kennst und du dir sicher bist, es unbedingt erreichen zu wollen, kannst du deinen Schweinehund motivieren. Er lässt sich von der Begeisterung anstecken und kann in der Prüfungszeit auch ausnahmsweise auf kurzfristige Freuden verzichten.

Du wirst sehen, am nächsten Morgen wird dein Schweinehund vor dir wach sein und zu dir sagen: „Los aufstehen, du Schlafmütze, wir haben heute Großes vor!“

So gelingt dir dieser Study-Hack: 

  • Stelle dir abends vor dem Einschlafen vor, wie es sein wird, wenn du dein Ziel erreicht hast.

    Der KitKat-Hack

    Wie du es schaffst, über einen langen Zeitraum motiviert zu bleiben:

    Wünschst du dir nicht auch, dich den ganzen Tag konzentrieren zu können? Aber irgendwie funktioniert das nicht. Oftmals wirst du schnell müde und bist nachmittags froh, nicht gegen die Scheibe zu laufen, wenn du aus der Bibliothek kommst.

    Vielleicht hast du einen entscheidenden Fehler gemacht. Du hast nicht richtig Pause gemacht. Dein Gehirn arbeitet beim Lernen auf Hochtouren und da braucht es auch Pausen. Fünf Minuten alle 45 Minuten und nach 90 Minuten mindestens eine Viertelstunde.

    » Have a break have a KitKat

    Daher der Name des Hacks. Und nein, der Hack wird nicht vom Hersteller finanziert. Vielmehr soll dich der Name dabei unterstützen, gut auf dich und deine Pausenzeiten zu achten.

    Während der Pause solltest du darauf Wert legen, deinen Schweinehund zu schonen. Er hält nicht ewig durch und verliert bei Überanstrengung nachhaltig die Lust.

    Übrigens: Durch Facebook und Instagram zu scrollen ist für dein Gehirn überaus anstrengend. Es wird dabei mit zu vielen Info überflutet und kann nicht abschalten. Genau wie dein Schweinehund, der dadurch sehr aufgekratzt wird und sich danach nur schwer zum Weiterlernen bewegen lässt. Gehe daher lieber an die frische Luft, iss eine Kleinigkeit oder unterhalte dich mit Freunden.

    Begrenze die Pausen!

    Wenn du erst einmal gemütlich in der Cafeteria oder draußen in der Sonne sitzt, wird es dir schwer fallen, wieder zurück in die Bibliothek zu gehen. Daher solltest du morgens genau festlegen, wann du Pausen machst und vor allem wie lange. Durch das Aufschreiben hat dein Vorhaben Verbindlichkeit und es fällt dir leichter, dich daran zu halten.

    Du kannst auch gemeinsam mit einem Freund lernen und immer zur selben Zeit Pause machen. Wenn du gerade nicht den Elan hast, von dem gemütlichen Stuhl in der Cafeteria aufzustehen, hat ihn dein Freund bestimmt. Ihr könnt euch gegenseitig motivieren, die Pause zu beenden.

    Tipp zur Pausenbegrenzung:

    Wenn du eine Aktivität beendest, ist die Pause vorbei.

    • Ist die Tasse Kaffee leer » Pause zu Ende.
    • KitKat oder Apfel aufgegessen » Pause zu Ende.
    • Einmal um die Bibliothek gegangen » Pause zu Ende.

    Dadurch weißt du genau, wann es wieder mit dem Lernen weitergeht und etablierst eine Gewohnheit ( » Die Dressurmethode). Als Nebeneffekt wirst du deine Tasse Kaffee oder deinen Apfel bewusster genießen. Denn wenn du den Apfel einfach verschlingst, ist die Pause vorschnell vorbei.

    So gelingt die perfekte Pause: 

    • Plane Pausen im Voraus.
    • Halte dich an den Plan.
    • Knüpfe die Pausenzeit an Aktivitäten.
    Die Eat that Frog-Methode

    Nie wieder unangenehme Aufgaben vor dir herschieben:

    Es gibt Teilgebiete von Vorlesungen oder Seminaren oder noch schlimmer ganze Fächer, bei denen es dir eiskalt den Rücken herunterläuft. Du verspürst keine Lust, dich mit ihnen zu beschäftigen. Gar keine!

    Manchmal muss man Frösche essen. Und damit meinen wir, dass man eben auch beizeiten langweilige Inhalte lernen muss oder Hausarbeiten über Themen erstellen soll, die einen nur wenig interessieren. Und eben diese „Delikatessen“ solltest du dir gut einteilen.

    Eine Delikatessenmahlzeit sollte in der Regel nur 30 Minuten lang sein und gleich am Anfang des Tages erledigt werden. Wenn für die „Delikatesse“ mehr Zeit notwendig sein sollte (eine Hausarbeit schreibt sich nicht in 30 Minuten), solltest du nichtsdestotrotz mit einer unangenehmen Teilaufgabe beginnen und danach eine Teilaufgabe
    finden, die dich doch ein wenig interessiert. Das hilft dir beim Durchhalten.

    Übrigens unterstützt dich diese Methode auch außerhalb der Uni. Ob beim Aufräumen, der Steuererklärung oder bei der Verhandlung über den Putzplan mit deinem Mitbewohner. Es geht alles.

    So gelingt dir dieser Study-Hack: 

    • Schreibe unangenehme Tätigkeiten auf und widme dich ihnen täglich als erstes für maximal 30 Minuten.

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