Die folgenden vier Study-Hacks werden dir helfen, dich in jeder Situation zu motivieren. Mit der richtigen Motivation wirst du dann dein Ziel schneller und besser erreichen. Probiere die diese Hacks aus, wenn du lieber mit deinem Inneren Schweinehund zusammenarbeiten möchtest. 

Der Faulheitseffekt

Wie du die Faulheit deines Schweinehundes ausnutzt:

Bild des Study-Hacks Faulheitseffekt

Stell dir vor, du stehst im Garten und willst deinem Hund etwas beibringen. Da rennt hinter dir eine Katze lang. Was passiert? Der Hund hört nicht mehr auf dich und rennt einfach weg. Die Möglichkeit, deinem Hund etwas beizubringen, ist vertan.

Mit deinem inneren Schweinehund läuft es genauso. Er springt nicht nur auf Katzenvideos an, sondern auch auf Facebook, Instagram, You-Tube, WhatsApp etc. All das erscheint ihm viel spannender als auswendig zu lernen. Wie kann es nun gelingen, dass du dich nicht mehr von den Verlockungen des Internets und Social Media ablenken lässt?

Der Hund lässt sich von einer Katze, die er nicht sieht oder erst suchen muss, nicht beeinflussen. Genauso ist es mit deinem Schweinehund. Wenn dein Handy im Nebenzimmer liegt, ist dein Schweinehund zu faul, um rüberzulaufen und es zu holen. Dann lernt er lieber. Du nutzt damit ganz gekonnt seine Faulheit aus.

Das klappt auch, wenn du am Laptop oder Tablet arbeitest. Du kannst dir kostenlose Programme wie Blocksite und Stayfocused, herunterladen und Seiten, wie beispielsweise Facebook, festlegen, die du dann temporär nicht mehr aufrufen kannst. Zwar benötigst du nur eine Veränderung in den Einstellungen, um dies rückgängig zu machen, aber das ist deinem Schweinehund oftmals zu viel Aufwand.

So gelingt dir dieser Study-Hack:

  • Entferne mögliche Versuchungen (wie dein Handy) aus deinem Blickfeld und aus der näheren Umgebung. Dadurch kommt dein Schweinehund nicht auf dumme Ideen.
  • Benutze kostenlose Programme wie Blocksite, um das Prokrastinieren (= zu erledigende Dinge aufschieben, auch bekannt als Aufschieberitis) für deinen inneren Schweinehund zu erschweren.
Die Schweinehundverhandlung

Wie du UND dein Schweinehund eure Ziele erreicht: 

Manchmal stehen deine Ziele und die deines Schweinehundes im Konflikt:

Du willst lernen und er will lieber an den Strand gehen. (Ein echtes Problem, mit dem wir in Greifswald den ganzen Sommer zu kämpfen haben)

Du willst die Hausarbeit schreiben, dein Schweinhund möchte lieber eine ganze Staffel Game of Thrones schauen.

Du willst in die Vorlesung, aber dein Schweinehund will lieber ins Café und mit der besten Freundin reden.

Solche inneren Konflikte sind alltäglich. Du argumentierst mit dir selbst. Soll ich? Soll ich nicht? Das ist anstrengend und kostet sehr viel Energie. Und am Ende wird der Schweinehund gewinnen, weil du von dem Zwiespalt zu erschöpft bist, als überhaupt anfangen zu können.Bild des Study-Hacks Schweinehundverhandlung

Um nicht zu viel Energie mit nervigen inneren Diskussionen zu verschwenden, solltest du eine andere Strategie fahren. Bei dieser alternativen Strategie geht es nicht darum, gegen den inneren Schweinehund anzukämpfen, ihn zu überwinden oder ihn fertig zu machen. Sondern darum, mit ihm in Verhandlungen zu treten und dabei zu beachten, dass sowohl du als auch er als Sieger hervorgehen bzw. beide Parteien zumindest einen Teil dessen erhalten, was sie wollen.

Hier ein paar Beispiele für Kompromisse:

  1. Lernen bis 16 Uhr und danach an den Strand.
  2. Erst zwei Seiten Hausarbeit schreiben und danach Game of Thrones
    schauen.
  3. Anstatt die Vorlesung zu besuchen, schaust du dir 45 Minuten das Skript der Vorlesung an und gehst danach 45 Minuten mit deiner besten Freundin ins Café.

So gelingt dir dieser Study-Hack: 

  • Versuche, deine Ziele zu erreichen, aber nicht gegen den Willen deines Schweinehundes, sondern gemeinsam mit ihm.
  • Versuche, bei den Verhandlungen zu einem Ergebnis zu kommen, das beide Parteien zufriedenstellt.
  • Die Bedürfnisse des Schweinehundes sollten immer erst NACH deinen Wünschen befriedigt werden.
Das Ich-Möchte-Prinzip

Wie dir das Wort “Müssen” nie wieder die Motivation raubt:

Ich wette, du hast folgende Sätze schon sehr oft gesagt:

„Ich muss noch lernen.“

„Ich muss noch die Hausarbeit schreiben.“

„Ich muss zur Vorlesung.“

Warum musst du das? Wer zwingt dich dazu?

Schauen wir uns die Ausgangssituation an. Du lebst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Dies sind reiche Industrieländer mit guten Sozialsystemen, in denen du nicht arbeiten musst, wenn du nicht möchtest. Du kannst zu Hause bleiben und Sozialleistungen beziehen. Daher musst du auch nicht studieren. Wenn du willst, kannst du ein bescheidenes und abgesichertes Leben führen.

Du hast die Wahl.

Bild des Study-Hacks "Ich möchte Prinzip"Für dich kommt dies vielleicht nicht in Frage, weil du ab und zu deinen Gehirnmuskel anstrengen willst, einen interessanten Job haben möchtest und dir ein höheres Einkommen wünschst. Um das zu erreichen, hast du dich für die Universität entschieden. Du bist vollkommen freiwillig hier und das solltest du dir jeden Tag bewusst machen.

Ein Weg, um sich dies bewusst zu machen, ist die Bettkanten-Technik von Jens Corssen. Du stehst morgens auf, setzt dich auf die Bettkante und fragst dich, ob du heute zur Uni gehen oder lieber liegen bleiben möchtest. Wenn du dich entscheidest in die Uni zu gehen, nimm dir vor heute dein Bestes zu geben.

Eine solche Ich-möchte-Einstellung ist sehr förderlich im Umgang mit deinem inneren Schweinehund. Er sieht dann die Zielorientierung in deinen Augen und lässt sich viel schneller von dir begeistern. Wenn er stattdessen merkt wie du dich gegen die Uni sträubst, wird er dich bestimmt nicht unterstützen.

So gelingt dir dieser Study-Hack: 

  • Streiche die Formulierung „ich muss“ aus deinem Wortschatz Du und nur du entscheidest selbst über dein Leben.
  • Verwende stattdessen die Wendung „Ich möchte“.
  • Probiere die Bettkanten-Technik. Zwinkersmiley
Die Dressurmethode

Wie du es von vornherein vermeidest, in ein Motivationstief zu stürzen:

Kommen wir zu unserem Lieblings-Hack. Denn mit diesem vermeidest du von vornherein, in ein Motivationstief zu stürzen. Das gelingt, indem du deinen Schweinehund so gut trainierst, dass er am Ende die Arbeit für dich erledigt.

Ein Beispiel: Wenn du eine Zeit lang jeden Morgen um sechs Uhr mit deinem echten Hund spazieren gehst, wird er sich daran gewöhnt haben und dich jeden Morgen zur selben Zeit wecken, die Hundeleine holen und dir so lange über das Gesicht lecken, bis du aufstehst. Dadurch, dass du ihn eine Zeit lang daran gewöhnt hast, wird er in der Zukunft von dir verlangen, dass du diese einmal einstudierte Routine beibehältst. Dein Schweinehund wird dasselbe für dich tun, wenn er einmal an eine Routine gewöhnt worden ist.

Bild des Study-Hacks "Dressiermethode"Leider ist das Nicht-Lernen auch eine Gewohnheit und die kultivieren wir durch die freien Zeiteinteilungen, die das Studium bietet. Diese Gewohnheit müssen wir loslassen und sie durch eine neue ersetzen. Das dauert eine Weile.

Ungefähr zwei Monate musst du einkalkulieren, bis du eine neue Routine vollkommen verinnerlicht hast. Das Tolle ist aber, dass wenn du diese Zeit einmal durchgestanden hast, alles wie von selbst läuft und du dich gar nicht weiter motivieren musst. Das liegt übrigens an der Struktur unseres Gehirns. Es ist nämlich ziemlich faul und versucht Ressourcen zu sparen, wo es kann. Und genau das tut es vor allem dann, wenn es Routinen abspulen lassen kann.

Die Dressur des Schweinhundes gilt übrigens für alle Lebensbereiche: Ob du dir nun angewöhnen willst, lieber die Treppe statt des Aufzugs zu nutzen, jeden Tag deine fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen oder aber jeden Tag eine bestimmte Zeit in die Uni zu investieren, ist unerheblich. Fakt ist, dass es funktioniert.

Auch wenn es zwei Monate dauert, bis du deine Routine etabliert hast, wirst du bereits nach wenigen Tagen positive Effekte bemerken. Mit jedem Tag, an dem du eine Gewohnheit wiederholst, wird deine benötigte Willenskraft geringer. Damit du deine neue Routine auch erfolgreich in dein Verhaltensrepertoire übernimmst, ist Regelmäßigkeit absolut essentiell. Das gibt deinem inneren Schweinehund Orientierung. Auch wenn er anfangs noch jault, wird er mit jedem Tag ruhiger, aber bald läuft er von selbst.

So gelingt dir dieser Study-Hack: 

  1. Schreibe auf, welche Gewohnheit du etablieren willst.
  2. Übe die neue Gewohnheit so oft aus, wie du kannst – gerne mehrmals täglich, denn Wiederholungen helfen deinem Gehirn.
  3. Bleib am Ball. Wenn du einmal aussetzt ist das noch kein Weltuntergang. Wichtig ist nur, am nächsten Tag wieder weiter zu machen.
  4. Erzähle anderen von deinem Ziel. So baust du positiven sozialen Druck auf.

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