Während manche bereits vor den ersten Sonnenstrahlen lernen, legen andere erst in den Abendstunden so richtig los. Was unterscheidet den Frühaufsteher von der Nachteule und wer lernt effektiver? Die Tageszeit hat erstaunliche Auswirkungen auf unsere Konzentration und Produktivität. Hier erfährst du, zu welchen Zeiten es sich besonders gut lernen lässt und wie du das meiste aus dem Tag (oder der Nacht) machst, egal zu welcher Tageszeit du bevorzugt lernst.

Der Biorhythmus bestimmt die Leistungskurve!

Die Leistungskurve der meisten Menschen sieht folgendermaßen aus: Nach dem Aufstehen steigt sie stetig an, bis sie ihren ersten Höhepunkt gegen 9 Uhr erreicht. Durchs Frühstück hast du Energie und die Tageszeit sorgt für Helligkeit am Arbeitsplatz. Gegen halb 11 geht deine Konzentration etwas zurück. Nach einer kleinen Verschnaufpause steigt sie jedoch sofort wieder an und erreicht gegen 11 Uhrerneut einen Höhepunkt.

Irgendwann bekommst du Hunger und isst Mittag. Danach folgt die postprandiale Müdigkeit, auch bekannt als Fress- oder Schnitzelkoma. Da jegliche Energie zur Verdauung des Mittags benötigt wird, fließt das sauerstoffreiche Blut in die Magengegend und lässt dein Gehirn kurzzeitig unterversorgt. Die Folge: Du bist satt, müde und träge. Deine Leistungskurve hat ihren ersten Tiefpunkt erreicht. Dass wir in der Stunde nach der Mittagspause also nicht viel schaffen oder vermehrt Fehler machen, ist also normal und nicht zu verhindern. Dennoch kannst du diesen Effekt durch die passende Ernährung etwas verringern. Verzichte auf fettige und schlecht verdauliche Lebensmittel (z.B. Rohkost) und iss statt einer großen Mahlzeit lieber mehrere kleinere über den Tag verteilt. Da du zwischen 12:00 und 14:00 Uhr eh nicht so viel schaffen kannst, nutze diese Zeit ruhig für einen Powernap. Zwanzig Minuten Schlaf nach dem Mittagessen lassen dich fitter weiterarbeiten.

Nachmittags steigt deine Leistungsfähigkeit wieder an und erreicht einen weiteren Höhepunkt um 16:00 Uhr. Danach nimmt deine Konzentrationsfähigkeit langsam aber sicher bis circa 21:00 Uhr immer weiter ab. Spätestens jetzt ist das Gehirn der meisten Menschen nicht mehr aufnahmefähig und streikt.

Tagsüber oder nachts lernen ‒ eine Typfrage?

Die Leistungskurve berücksichtigt leider keine nachtaktiven Studierenden. Tatsächlich verschlafen Spätaufsteher bereits die ersten beiden Höhepunkte ihrer potenziellen Produktivität. Dennoch: Wenn du lieber am späten Nachmittag oder am Abend lernst, hat das seine Gründe! Du hast für dich herausgefunden, dass du zu diesen Tageszeiten besser arbeiten kannst. Warum? Nachtlerner profitieren hauptsächlich von folgenden Faktoren: Sie haben ihre Ruhe, weniger Ablenkungsreize in ihrer Umgebung und können kreativer denken. Zur späten Stunde ist einfach weniger los, weswegen es Nachtlernern einfacher fällt, nicht zu prokrastinieren sondern konzentriert zu lernen. Außerdem verpassen sie so weniger vom Tag und können ihren Hobbies besser nachgehen. Ein weiterer Pluspunkt: Wenn du direkt nach dem Lernen schläfst, ist es wahrscheinlicher, das Gelernte dauerhaft abzuspeichern. Taglerner lernen also nicht zwangsläufig effektiver. Das heißt für dich: Lerne zu der Tageszeit in der du am meisten schaffst!

Optimiere deinen Tagesablauf!

Ganz egal wie dein Tagesrhythmus aussieht, du kannst noch mehr herausholen indem du folgendes beachtest:

  1. Kenne deine individuelle Lernkurve!

Beobachte deine Konzentration und deine Produktivität im Tagesverlauf. Wann schaffst du am meisten? Wann bist du müde und träge? Merke dir diese Zeiten und…

  1. Passe deine Aufgaben an deine Leistungsfähigkeit an!

Erledige in deinen leistungsschwachen Stunden Aufgaben, die weniger Konzentration erfordern. Quäle dich nicht mühselig durch schwierige Lehrbuchkapitel, sondern nutze die Zeit, um Hefter zu organisieren oder Mindmaps zu machen. In dieser Zeit fehlt dir die nötige Energie für große Aufgaben. Erledige stattdessen mehrere kleinere Aufgaben deiner To-Do-Liste!

  1. Achte auf deine Ernährung!

Idealerweise nimmst du zum Frühstück komplexe Kohlenhydrate und zum Mittag leicht verdauliche Lebensmittel zu dir. So startest du mit viel Energie in den Tag und verhinderst das Fresskoma nach dem Mittagessen. Mehrere kleinere Mahlzeiten sorgen für ausreichend Nährstoffe im Gehirn!

  1. Schlafe ausreichend!

Egal wann du lernst: Ausreichend Tiefschlaf ist wichtig, um das Gelernte auch abzuspeichern. Lernzeiten sollten niemals auf Kosten deiner Ruhephasen gehen!

Also teste einen Tag lang, wann du am produktivsten bist und optimiere deinen Tagesablauf!

Liebe Grüße von der Uni am Meer

Emilie

Mehr zum Thema Nachteule vs. Lerche: 

https://www.opencolleges.edu.au/blog/2015/08/14/st-day-vs-night-when-is-the-best-time-to-study-and-why/

https://www.dawn.com/news/1308334

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