Immer öfter wird es zur Pflicht: Das Motivationsschreiben fürs Studium – vor allem für besonders beliebte Studiengänge wie Medizin oder auch Unis, die hohe Anforderungen an ihre (künftigen) Studierenden stellen. Was dir wie eine lästige Pflicht vorkommen mag, ist in Wirklichkeit eine große Chance: Im Motivationsschreiben kannst du deinen Leser*innen zeigen, was in dir steckt und warum du tatsächlich der*die perfekte Kandidat*in für dein Traumstudium bist. Was du bei deinem Motivationsschreiben fürs Studium beachten solltest, erfährst du hier.

Anlässe für ein Motivationsschreiben

Natürlich ist die herkömmliche Studienplatzbewerbung nicht der einzige Anlass, zu dem ein Motivationsschreiben benötigt wird: Das gleiche kann dir auch passieren, wenn du dich zum Beispiel auf ein Auslandssemester, ein Stipendium oder später auch auf Jobs bewirbst. Letztendlich haben jedoch alle Arten von Motivationsschreiben eines gemeinsam: Ihr Zweck ist es, dir die nächste Tür auf deinem Lebensweg zu öffnen. Dafür lohnt sich das bisschen Schreiben doch sicherlich, oder?

Bevor du beginnst: Sammle Informationen!

Ganz wichtig: Wenn deine Traum-Hochschule ein Motivationsschreiben fordert, erwarten die Verantwortlichen, dass du dich mit ihrem Angebot eingehend beschäftigt hast. Informiere dich deshalb vor deiner Bewerbung über:

» Aufbau und Regelstudienzeit des Studiengangs

» Forschungsschwerpunkte der Hochschule oder des Instituts, an dem du dich bewirbst

» Besondere Angebote (Auslandsaufenthalte, Kooperationen, Praxisbezüge etc.)

» Standortfaktoren (Was zeichnet die Stadt aus? Was sind die besonderen Stärken der Hochschule?)

All diese Informationen solltest du über die Webseite der Hochschule herausfinden können. Einfach mal bei der zentralen Studienberatung anzurufen, schadet übrigens auch nicht und kann dir wertvolle Insider-Infos einbringen.

Die Recherche ist abgeschlossen und du bist immer noch felsenfest davon überzeugt, dass du genau diesen Studiengang an dieser Hochschule antreten willst? Fantastisch! Dann kannst du jetzt guten Gewissens anfangen, dein Motivationsschreiben fürs Studium zu verfassen.

Auf dem Bild sieht man eine Brille und einen Kugelschreiber über einem Blatt auf dem Motivtationsschreiben fürs Studium steht

Formalitäten: Layout und Stil deines Motivationsschreibens

Beginnen wir mit den einfachen Fragen: Ja, die Optik zählt! Schließlich ist es in deinem Interesse, dass dein Motivationsschreiben gut lesbar ist und von den Adressat*innen auch gern gelesen wird. Dafür musst du dich im ersten Schritt an die formalen Vorgaben der Hochschule halten – falls es welche gibt, sind sie auf der Webseite öffentlich zugänglich. Schau also ganz genau nach und nutze gegebenenfalls auch die Suchfunktion, um Angaben zum gewünschten Format der Bewerbungsunterlagen zu finden.

Falls es keine speziellen formalen Anforderungen gibt, erweckst du mit diesen allgemeinen Dokumenteinstellungen einen seriösen Eindruck:

» Gut lesbare Schriftart (Klassiker: Times New Roman, Arial, Calibri…)

» Schriftgröße: 12 pt (für Times New Roman) oder 11 pt (für Arial, Calibri)

» Zeilenabstand: 1,5-fach

» Seitenränder: 2cm – 2,5cm

» Länge: mindestens eine, maximal zwei Seiten (ca. 500-750 Wörter)

Optische Fixpunkte

Wenn nicht anders vorgegeben, solltest du dein Motivationsschreiben fürs Studium ähnlich wie einen Brief bzw. ein Bewerbungsanschreiben gestalten:

» Oben links: Anschrift des*der Empfänger*in

» Oben rechts: deine eigene Adresse, darunter: Ort und Datum

» Betreffzeile: aussagekräftige Überschrift (in Fett-Druck, um sie hervorzuheben)

» Der eigentliche Text beginnt mit einer Anrede – wenn du weißt, wer deine Ansprechperson an der Hochschule ist, sprich sie unbedingt mit Namen (und ggf. Titel!) an:

„Sehr geehrte(r) Herr/Frau (Prof./Dr.) …“

Nur im äußersten Notfall, wenn du trotz ausgedehnter Suche nicht die richtige Ansprechperson gefunden hast, kannst du die allgemeine Formel „Sehr geehrte Damen und Herren“ verwenden.

» Der Text endet mit einer Abschiedsformel, typischerweise „Mit freundlichen Grüßen“. Setze darunter mit zwei Zeilen Abstand deinen vollen Namen.

» Zu guter Letzt: Unterschreibe dein Motivationsschreiben – dafür sind die zwei Leerzeilen zwischen Abschiedsformel und deinem Namen vorgesehen. Wenn du das Schreiben auf dem Postweg verschickst, solltest du auf dem ausgedruckten Dokument signieren. Falls du es per Mail versendest, ist es auch legitim, einen Scan deiner Unterschrift einzufügen.

» Übrigens: Wenn dein Motivationsschreiben nur digital vorliegen soll, speichere es am besten als PDF-Dokument.

Alles eine Frage des Stils

Was den Schreibstil anbelangt, solltest du eine gehobene Sprache verwenden, ohne dabei hochgestochen oder umständlich zu klingen. Versuche, gleichzeitig professionell und authentisch rüberzukommen – benutze so wenig abgedroschene Phrasen wie möglich! Wenn du dir unsicher bist, lass dein Motivationsschreiben von jemandem gegenlesen und dir Tipps geben. Prinzipiell gilt: Lass dein Motivationsschreiben unbedingt auf Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler prüfen! Viele Fehler werden von Textprogrammen immer noch übersehen, und wegen Tippfehlern nicht zugelassen zu werden, wäre ärgerlich, oder?

So weit, so gut – du weißt jetzt ungefähr, wie dein Motivationsschreiben fürs Studium am Ende aussehen soll. Aber wie füllen wir die angestrebten zwei Seiten? Einfach ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern? Wohl kaum.

Inhaltliches: Welche Infos gehören in das Motivationsschreiben fürs Studium?

Es gibt schließlich viele wichtige Informationen über dich, die du im Motivationsschreiben fürs Studium perfekt platzieren kannst. Denk daran: Wenn du ein solches Schreiben einreichen sollst, wollen die Adressat*innen dir auf den Zahn fühlen – willst du diesen Studienplatz wirklich? – und dich ruhig ein bisschen kennenlernen – natürlich nur auf professioneller Ebene. Einerseits solltest du dich einer gehobenen Sprache bedienen, andererseits braucht dein Motivationsschreiben etwas Originelles, Individuelles – du willst als vielseitig, aufgeschlossen und motiviert wahrgenommen werden.

Fragen zur Orientierung

Bist du noch auf der Suche nach Argumenten, warum du der*die Richtige für diesen Studienplatz bist? Orientiere dich zum Beispiel an den folgenden Fragen, um dein Motivationsschreiben fürs Studium mit den richtigen Inhalten zu füllen:

» Was genau interessiert dich an diesem Studiengang und warum?

» Wann und in welchem Kontext ist dein Interesse an diesem Fach entstanden? (Gibt es dazu eine interessante, individuelle Geschichte? Greif sie unbedingt auf!)

» Wieso soll es ausgerechnet diese Universität sein? (Schleimen soll man nicht, aber ein paar nette Worte zu verlieren, kann nicht schaden.)

» Welche Ziele willst du nach deinem Studium verfolgen? Schwebt dir ein konkreter Beruf vor?

» Welche bisherigen Qualifikationen und Erfahrungen haben dich auf dieses Studium vorbereitet? (Darunter fallen z.B. auch Leistungskurse im Abi, Schulpraktika in einem verwandten Beruf oder spezielle Zertifikate.)

» Wie profitiert die Hochschule davon, dich als Student*in zu haben? (Achtung: Hier lieber etwas vorsichtiger formulieren – Eigenlob stinkt bekanntlich. Selbstvertrauen ist aber nicht verkehrt.)

Übrigens: Beim Ergründen deiner eigentlichen Motivation hilft dir die „Warum-Fragen“-Methode weiter. Was das ist und wie du sie anwendest, erfährst du in meinem neuen Buch „Motiviert Studiert – Dein Weg zu weniger Stress, mehr Freizeit und besseren Noten“. Hier geht’s zum Shop.

Aufbau: Der klassische Dreischritt

Einleitung, Hauptteil, Schluss – diese Textstruktur haben die meisten von uns schon in der Grundschule gelernt. Seitdem hatten wir ja ausreichend Zeit zum Üben, oder? Also, los geht’s:

Einleitung

In den ersten Zeilen deines Motivationsschreibens – nach der Anrede – solltest du dich kurz vorstellen. Verzichte dabei auf die offensichtlichen „hard facts“ (wie Name, Geburtsdatum, Wohnort und ähnliches) und beschreibe lieber deine aktuelle Situation: Warum bewirbst du dich gerade auf ein Studium? Hast du zum Beispiel kürzlich dein Abitur gemacht oder deine Ausbildung abgeschlossen und willst dich nun weiterbilden und -entwickeln? Wenn du eine einzigartige Anekdote zu deinem Interesse am Fach hast, kommt sie in der Einleitung besonders gut an. Verfasse ein bis zwei knackige Einleitungssätze, um deine Adressat*innen neugierig zu machen.

Eine Schülerin macht Notizen für ihr Motivationsschreiben fürs Studium.
Hauptteil

Jetzt geht’s ans Eingemachte: Wie der Name schon sagt, soll aus deinem Motivationsschreiben fürs Studium hervorgehen, was dich antreibt – deine persönliche Motivation, dich auf genau diesen Studienplatz zu bewerben. Ganz wichtig ist es dabei, mit Verbindungen zwischen deinem bisherigen Lebensweg und deinem Traumstudium zu argumentieren. Welche besonderen Erfahrungen konntest du bislang sammeln und wie haben sie dich hinsichtlich deines Studieninteresses beeinflusst? Wieso kommt nur dieser Studiengang für dich in Frage?

Du hast übrigens zwei verschiedene Möglichkeiten, deinen Hauptteil aufzubauen: Entweder du gestaltest ihn als Fließtext (besserer Lesefluss) oder du baust thematisch passende Zwischenüberschriften ein (Inhalt wird schneller erfasst). Egal, welche Variante du wählst: Führe dir vor Augen, dass dein Motivationsschreiben fürs Studium (höchstwahrscheinlich) von Akademiker*innen gelesen wird, die du am besten mit originellen und individuellen Argumenten sowie einem professionellen Schreibstil für dich gewinnst.

Schluss

Du hast genug Worte über deine Person verloren? Dann ist es an der Zeit für ein bis zwei schöne Schlusssätze, die dein Motivationsschreiben fürs Studium abrunden. Bringe hier noch einmal kurz auf den Punkt, warum du genau der*die richtige Anwärter*in für diesen Studienplatz bist – weil das dein letztes Argument ist, wird es deinen Adressat*innen im Kopf bleiben.

Weise noch kurz darauf hin, dass du dich auf eine positive Rückmeldung freust, bevor du dich „mit freundlichen Grüßen“ verabschiedest und dein Motivationsschreiben unterzeichnest.

Motivationsschreiben fürs Studium: Vorsicht mit Formulierungsvorschlägen!

Einen Tipp möchte ich dir noch mit auf den Weg geben: Verwende lieber keine fertigen Formulierungsvorschläge aus dem Internet. Schließlich bist du nicht der erste Mensch, der „Motivationsschreiben fürs Studium“ gegooglet hat. Egal, wie geschliffen manche Textbausteine auf Hilfeseiten aussehen: Die Gefahr, dass die Adressat*innen deines Schreibens genau diese Formulierung schon einmal (oder schlimmer: mehrmals!) auf dem Tisch hatten, ist einfach zu groß – im besten Fall halten sie dich für faul, im schlimmsten Fall erkennen sie dich als Plagiator*in. Dieses Risiko solltest du auf keinen Fall eingehen! Finde deine eigenen Worte, auch wenn das etwas aufwendiger ist – es lohnt sich!

Symbolbild: Ein geflügelter Briefumschlag.

Hast du schon Themen und Argumente für dein Motivationsschreiben fürs Studium gefunden? Oder brauchst du noch ein paar kreative Impulse? Schreib’s uns in die Kommentare!

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