Die Loci-Methode ist eine der ältesten Mnemotechniken, die auch noch heute vielfach angewandt wird. Was schon damals den alten Griechen half, bewirkt noch immer wahre Wunder! Dieses Gedächtnistraining hilft uns besonders beim Einprägen und Erinnern einzelner Begriffe, die wir sonst einfach nicht in den Kopf bekämen. Hier erfährst du, wie dieses Gedächtnistraining funktioniert und wann du es anwenden solltest!

Warum ist die Loci-Methode so erfolgreich?

Die Loci-Methode ist deshalb so wirksam, weil sie sich die Funktionsweise unseres Gehirns zu nutzen macht. Neues dauerhaft abzuspeichern fällt uns schwer. Ganz besonders schwierig ist das Einprägen von Begriffen, die nicht sonderlich viel miteinander zu tun haben. Die gedankliche Einkaufsliste ist das Paradebeispiel. Wir müssen acht Lebensmittel einkaufen. „Das kann ich mir so merken“, denken wir uns und schreiben daher keinen Einkaufszettel. Auf dem Weg zum Supermarkt haben wir noch alles im Kopf, aber dort angekommen, fallen uns nur noch fünf der acht Lebensmittel ein. Diese scheinbar belanglosen Begriffe speichert unser Gehirn nicht verlässlich ab.

Doch eines hat unser Gehirn auf jeden Fall abgespeichert: Den Weg zum Supermarkt! Wir sind ihn so oft gegangen, dass wir ihn wahrscheinlich sogar blind meistern würden. Ich wette, du könntest dir bildlich vorstellen, wie du den Weg zum Supermarkt gehst, wenn du die Augen schließen würdest. Die Gebäude und Straßen auf dem Wegkannst du dir vor Augen führen, ohne dass du dir die Umgebung jemals bewusst eingeprägt hast. Deine Vorstellungskraft ist so gut, dass in deinem Kopf sogar klitzekleine Wegdetails abgespeichert sind. Ziemlich erstaunlich, oder? Wenn wir uns doch nur die Einkaufsliste auch so gut einprägen könnten. Mit der Loci-Methode ist das kein Problem, denn wir verknüpfen einfach routinierte Wege mit dem was wir uns einprägen wollen! Loci bedeutet nämlich „Ort“. Von unserer Fähigkeit Orte und Routen immer abrufen zu können, macht dieser Mnmeno-Hack gebrauch!

So funktioniert die Loci-Methode: Der Weg ist das Ziel!

Die Idee hinter diesem Gedächtnistraining ist folgende: Wir haben stets Zugriff auf unsere mentalen Routen. Der Weg zum Supermarkt, zur Uni oder zum besten Freund – all diese Wege können wir uns jederzeit vor Augen führen. Jeder Weg hat zudem mehrere Ankerpunkte. Das kann eine Bushaltestelle sein, ein Baum, ein Geschäft oder eine Kreuzung, die wir auf dem Weg wahrnehmen. Was nun folgt ist Paarbildung. Bezogen auf das Beispiel mit der Einkaufsliste bedeutet das: Ich gehe mental den Weg zum Supermarkt. Als erstes öffne ich die Haustür. Die Haustür steht nun für Kaffee. Nach ein paar Schritten gehe ich an den Fahrradständern vorbei. Hierzu merke ich mir „Bananen“. Ein paar Schritte weiter steht ein Baum. Meine Assoziation für diesen Ankerpunkt lautet: Brokkoli. Diese Paarbildung mache ich für alle acht Lebensmittel. Nun gehe ich die gleiche Route gedanklich mehrfach ab und merke mir die Ankerpunkte mit den damit verbundenen Lebensmitteln. Dann gehe ich einkaufen und fülle meinen Einkaufskorb. Bevor ich mich an der Kasse anstelle, rufe ich noch einmal gedanklich die Strecke ab und bei jedem Ankerpunkt fällt mir das damit assoziierte Lebensmittel ein.  So weiß ich, ob ich auch alles habe. Und so funktioniert mein Mnemo-Hack erfolgreich!

Wofür ist die Loci-Methode sinnvoll?

Die Einkaufsliste ist natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten, dieses Gehirntraining zu verwenden. Viel sinnvoller ist der Einsatz der Loci-Methode natürlich beim Lernen für die Uni. Aufzählungen, also Unterpunkte, lassen sich oftmals schwer auswendig lernen, da sie nicht immer in einem logischen Zusammenhang zueinander stehen. Durch deine Route lassen sich diese Begriffe leichter miteinander verbinden. Du musst mehrere Begriffe in einer bestimmten Reihenfolge wiedergeben können? Gerade dann ist die Loci-Methode zu empfehlen, denn auch unsere Ankerpunkte beim imaginären Weg begegnen uns immer in der gleichen Reihenfolge! Vokabeln kannst du mithilfe der Loci-Methode übrigens auch wunderbar auswendig lernen. Für jedes Themengebiet suchst du dir einen Raum oder eine Route. Du hast viele verschiedene Routen. Nutze sie!

Denke daran, die mentale Route mit den Begriffen auch immer mal wieder abzurufen, wenn du diese noch brauchst! Wenn du deine Route mit den dazugehörigen Begriffen nicht mehr häufig gehst, verblassen die mit den Ankerpunkten assoziierten Begriffe. Das kann natürlich auch bewusst von dir genutzt werden, wenn du die alte Route mit neuen Begriffen besetzen möchtest. Deine Wege sind sozusagen wiederverwendbar und du legst fest, wann du die alten Begriffe überschreiben möchtest. Auch der Weg an deinem Körper hinauf oder hinunter ist übrigens sehr brauchbar. Jeder Körperteil ist ein möglicher Ankerpunkt. Auch Räume sind geeignet, um Assoziationen zu schaffen! Jedes Möbelstück, jedes Gerät oder jedes Dekoelement dient dir als Ankerpunkt für deine Assoziationen. Sei  kreativ. Alles was du bereits verinnerlicht hast, kannst du für die Loci-Methode nutzen!

Die Loci-Methode erfordert etwas Übung, aber es lohnt sich! Probiere die Loci-Methode gleich vor deinem nächsten Einkauf aus! Klappt es, lohnt es sich, dieses Gedächtnistraining auch im Studium anzuwenden! Weitere Mnemo-Hacks findest du auch in unserem E-Book!

Und denk immer dran: Der Weg ist das Ziel!

Emilie

Hier noch ein kleiner Clip über Daniels Kampf gegen das Vergessen 😉

Photo by Jens Johnsson from Pexels https://www.pexels.com/photo/mountains-nature-arrow-guide-66100/

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