Als Schülerin dachte ich, Studierende wären niveauvoll, gewissenhaft und hätten ihr Leben im Griff. Spulen wir ein paar Jahre vor: Bereits nach den ersten Tagen der Ersti-Woche werfe ich mein Bild von Studierenden über Bord. Zwar lassen sich Bier und Wein zum geselligen Zusammensitzen in meine Vorstellung von Studierenden integrieren, aber spätestens nach den Pfeffi-Shots, die wir über den ganzen Tag verteilt trinken und den abendlichen Bierballpartien (bzw.Flunkyball), ist mir nun klar: An den Wochenenden sind viele Studierende nicht niveauvoll, sondern voll und haben nicht ihr Leben, sondern die Bierflasche fest im Griff. Alkohol im Studium – der gehört scheinbar zur studentischen Kultur!

Mit dieser Wahrnehmung lag ich tatsächlich richtig. Zum einen, weil sich nach 7 Semestern dahingehend nichts verändert hat und zum anderen, weil das auch zahlreiche Studien belegen. Der Zusammenhang zwischen Alkohol und Studium ist eindeutig vorhanden. Eine umfassende Studie zum Alkoholkonsum der BZgA ergab Folgendes: 37,3 % der befragten Studierenden konsumieren regelmäßig Alkohol. Damit sind wir Spitzenreiter, noch vor Auszubildenden, Schülern jeglicher Schulart und Klassenstufen sowie Erwerbstätigen und Arbeitslosen. Ebenfalls Tabellenerster sind wir in der Kategorie „Konsum riskanter Mengen“. Ganze 16 % der Studierenden trinken Mengen, die den Grenzwert überschreiten. Auch erschreckend: Fast jeder zehnte Studierende gibt sich regelmäßigem Rauschtrinken hin. Alkohol im Studium ist gang und gäbe.

Alkohol im Studium ‒ Warum ist er so beliebt?

In einem Stern-Artikel erklärt Prof. Dr. Marion Laging, Expertin für Suchtprävention, der erhöhte Alkoholkonsum im Studium hätte vor allem zwei Gründe: Viele Trinkgelegenheiten sowie Stress und Belastungen. Univeranstaltungen, Partys und das Zusammenleben im Studentenwohnheim erleichtern uns den Alkoholkonsum. Probleme im Studium würden uns außerdem dazu verleiten, diese mit Alkohol zu bekämpfen. Wissenschaftler haben weitere Gründe für den erhöhten Alkoholkonsum festgestellt: Vor allem unsere Umgebung ist ursächlich für erhöhten Konsum. Trinken gehört zur Geselligkeit. Das angebotene Bier abzulehnen ist manchmal einfach aus Höflichkeit schon schwer. Zu einem Abend unter Studierenden gehört Alkohol einfach dazu. Das kann doch nicht gesund sein, oder?

Ab wann ist Alkoholkonsum gefährlich?

Zu behaupten, der Großteil der Studierenden sei alkoholabhängig, ist schlicht weg falsch! Um als abhängig zu gelten, gehört weit mehr als der bloße Gebrauch von Alkohol. Doch leider beginnt jede Abhängigkeit eben auch mit dem Gebrauch. Aus diesem Grund stellen das Studentenleben und der regelmäßige Gebrauch von Alkohol durchaus Risikofaktoren dar. Denn unter bestimmten Umständen folgt auf den regelmäßigen Gebrauch der Missbrauch und auf den Missbrauch die psychische Abhängigkeit. Hier ist eine Möglichkeit einzuschätzen, ob dein Alkoholkonsum als riskant einzustufen ist: Als Frau solltest du nicht mehr als 12 Gramm reinen Alkohol täglich zu dir nehmen. Als Mann dürfen es bis zu 24 Gramm täglich sein. Das bedeutet, dass bereits 100 ml Wein oder Sekt täglich für Frauen als riskanter Konsum gelten. Wenn du darüber liegst, solltest du deinen Gebrauch von Alkohol im Studium etwas zurückschrauben!

Also lieber gar keinen Alkohol im Studium?

Eine dänische Studie hat herausgefunden, dass Alkoholkonsum mit dem erfolgreichen Beenden des Studiums assoziiert wird. Doch bevor du das jetzt als Ausrede für Alkoholexzesse nutzt: Dieser Zusammenhang ist nicht kausal. Die dahinterliegende Ursache ist Geselligkeit! Das gelegentliche Bier mit Kommilitonen oder Freunden führt nämlich dazu, dass du Kontakte pflegst. Soziale Kontakte sorgen für mehr Wohlbefinden, machen uns stressresistenter und steigern unsere Motivation im Studium. Da ist es auch kein Wunder, dass manche Studenten nur in Gesellschaft anderer trinken und so gut wie nie aus reinem Genuss des Getränks. Nicht der Alkohol macht den Unterschied, sondern dass du ihn mit deinen Freunden trinkst! Das bedeutet im Umkehrschluss: Triff dich weiterhin mit deinen Freunden und ersetze die alkoholischen Getränke ruhig ab und zu mal durch alkoholfreie!

Hat Alkoholkonsum Auswirkungen auf die Noten?

Indirekt auf jeden Fall! Denn wenn du nach einer langen Nacht mit einem Kater aufwachst, bleibst du im Bett. Wenn du im Bett bleibst, gehst du nicht zur Vorlesung (wirf dazu einen Blick in das Video unten ;)). Du verpasst wichtige Informationen. Außerdem fällt der Tag nach der Party meistens eh ins Wasser. Du hast Kopfschmerzen und kannst dich nicht konzentrieren. Lernen fällt schon mal flach. Wenn sich dann mehrere solcher Katertage ansammeln, macht sich das in deiner Leistung bemerkbar. Förderlich ist ein moderater Alkoholkonsum. Etwas Alkohol kann also positive Auswirkungen auf die Noten haben. Du bist unter Freunden und hast Spaß. Diese positiven Gefühle erleichtern dir das Lernen. Je leichter dir das Lernen fällt, desto mehr lernst du schließlich auch.

Das Fazit: Alkohol und Studium – verträgt sich das?

Ja! Solange du noch Kontrolle über die Menge und Häufigkeit des Alkoholkonsums hast, ist alles in Ordnung. Gönne dir ruhig das gelegentliche Bier mit deinen Freunden und die Party am Wochenende. Wichtig ist, dass du es nicht übertreibst und einschätzen kannst, wann du aufhören solltest.  Wasser ist übrigens immer eine gute Idee! Nach jeder Flasche oder jedem Glas Alkohol, trinkst du ein Glas Wasser. Zuhause angekommen, nimmst du schnell noch 2 Gläser Wasser zu dir und du beugst den Kater am nächsten Morgen vor!

In diesem Sinne…

Prost!

Emilie

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