Herzlichen Glückwunsch! Du hast dich entschieden, zu studieren. Das ist toll. Doch jetzt kommt Frage Nummer 2: Wo studieren? An einer Fachhochschule oder Universität? Was sind eigentlich die wichtigsten Unterschiede bei FH vs. Uni? Wo bist du im Studium besser aufgehoben? Fachhochschule und Universität bieten dir beide die Möglichkeit zu studieren – dein Studium kann aber jeweils sehr unterschiedlich aussehen…

Fachhochschule – Universität – Vergleich

Fachhochschulen und Universitäten haben viele Gemeinsamkeiten. An beiden kannst du einen wissenschaftlichen Abschluss erlangen und ein Studium in einem Fach deiner Wahl absolvieren. Aber es gibt auch Unterschiede, die du unbedingt kennen solltest, um eine gute Wahl zu treffen.

Fachhochschule – Universität – Unterschiede

FH vs. Uni – Unterschied 1: Zugangsvorraussetzungen  

Ein grundlegender Unterschied bei FH vs. Uni ist der Abschluss, der zum Studium berechtigt. An Fachhochschulen kannst du mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder Fachabitur studieren. Eine Universität verlangt in der Regel die allgemeine Hochschulreife – also das Abitur. Wenn du Abitur hast, steht dir die Wahl offen.

FH vs. Uni – Unterschied 2: Studienorganisation

Ein Studium bietet dir auch den Vorteil, eigenen Interessen nachzugehen. Nach der Bologna-Reform wurde das zugegebenermaßen schwieriger, aber viele Unis haben inzwischen Individuelle Ergänzungsbereiche eingeführt.

An einer Uni hast du normalerweise mehr Freiheiten, was deine Zeitplanung betrifft. Es gibt normalerweise keine Anwesenheitspflicht und deine Stundenpläne erstellst du dir selbst. Das hat natürlich den Nachteil, dass du die Prüfungsordnung lesen musst – damit du weißt, was du wann studieren musst. Auch besteht die Gefahr, dass du dich zu sehr treiben lässt, und du so Gefahr läufst, über die Regelstudienzeit hinaus zu studieren.

An Fachhochschulen bekommst du normalerweise einen fertigen Stundenplan. Dann kannst du natürlich nicht entscheiden, wann du welchen Kurs belegen willst. Aber du kannst auch nichts falsch machen, denn du bekommst ja ein ‘fertiges Paket’.

FAQ: Was ist eigentlich… die Bologna-Reform?

Eine Hochschulreform mit dem Ziel der Angleichung der Studiengänge und Hochschulabschlüsse in Europa, also sowohl bei deutschen Unis als auch bei FHs. Der Name kommt von einer Erklärung, die 1999 in Bologna, Italien, von verschiedenen europäischen Bildungsminster_innen unterzeichnet wurde.

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FH vs. Uni – Unterschied 3: Berufsorientierung.

Universitäten legen ihren Fokus generell auf Forschung und Wissenschaft. Du wirst an einer Uni nicht auf ein bestimmtes Berufsziel vorbereitet, sondern darauf, dich mit aktueller Forschung und Forschungsmethoden auszukennen. Das gilt für manche Studiengänge – etwa geisteswissenschaftliche – stärker als etwa für Lehramtsstudiengänge. Viele Universitäten raten daher, sich im Laufe des Studiums beispielsweise durch Praktika für einen etwaigen Beruf zu profilieren und entsprechende Kontakte zu knüpfen. Eine FH ist viel praxisorientierter. Hier steht die Anwendung des Wissens im Vordergrund. Mehrwöchige Praktika und intensive Projektphasen sind integraler Bestandteil des FH-Studiums. Daher finden sich auch viele Duale Studiengänge an der FH – bei diesen wird eine berufliche Ausbildung mit einem Studium kombiniert.

FH vs. Uni – Unterschied 4: Betreuungsverhältnis.

Lehrende an den Universitäten müssen Forschung und Lehre gleichzeitig bewältigen. Auch wird sich seit Jahren beklagt, dass die Universitäten nicht genug Sitzplätze in den Hörsälen oder Arbeitsplätze für das Vor- und Nachbereiten der Vorlesungen bieten. Klar, dass das Verhältnis zwischen Professor_innen und Studierenden eher anonym bleibt. Wenn du eine enge Betreuung möchtest, bist du mit dem Studium an einer Fachhochschule besser beraten als mit dem an den meistens Unis. Normalerweise ist die Betreuung an Deutschlands rund 216 Fachhochschulen intensiver: Die Veranstaltungen sind nicht so überfüllt, sodass die Studierenden besser betreut werden können. Die Professor_innen investieren die meiste Zeit in die Lehre. Allerdings gibt es an FHs weniger Geld für die Forschung. Das führt uns zu dem nächsten Unterschied.

FH vs. Uni – Unterschied 5: Promotionsrecht.

Wie spannend findest du wissenschaftliches Arbeiten? Wenn du dich gerne in der Tiefe mit einem Thema auseinandersetzt und gerne auch noch einen Master und eine Promotion an deinen Bachelor hängen willst, dann gewinnt die Uni bei FH vs. Uni. Denn Forschung findet bisher in erster Linie an Universitäten statt. Daraus ergeben sich die Möglichkeiten für die Promotion. Auch an einigen FHs ist inzwischen eine Promotion möglich, wenn eine Kooperation mit einer Uni besteht. Einige Bundesländer planen sogar, das Promotionsrecht auch an Fachhochschulen zu vergeben. Du kannst also inzwischen auch an FHs promovieren, dies ist aber häufig mit organisatorischen Unsicherheiten verbunden. Also, warum nicht gleich an der Uni studieren?

Fachhochschule oder Uni: Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick

FH vs. Uni: Vorteile der Uni FH vs. Uni: Vorteile der FH
1. Vermittlung des aktuellen Forschungsstands und wichtiger Forschungsmethoden 1. Zugang auch ohne allgemeine Hochschulreife
2. Viele Freiheiten in der Planung des Studiums 2. Anwendungsorientierte Wissensvermittlung
3. Promotion möglich 3. Intensive Betreuung der Studis in kleineren Gruppen

Schon jetzt dran denken: Berufswahl.

Ein wichtiger Teil deiner Überlegung sollte deine Berufswahl beziehungsweise dein Berufsziel sein, denn manche Fächer kannst du nur an der Uni studieren. Ob dein Fach dazu gehört, erfährst du bei einem Blick auf die Webseite deiner favorisierten Hochschule. Viele FHs beschränken sich auf Technik, Wirtschaft, Sozialwesen und Medien. Lehramt, Medizin und Germanistik ist stattdessen den Unis vorbehalten.

Falls du also schon eins dieser Fächer im Blick hast, dann weißt du schon, wer bei Uni vs. FH gewinnt. 😉

Schon jetzt dran denken: Karriere.

Während früher die Abschlüsse mit “(FH)” gekennzeichnet wurden, macht es seit der Bologna-Reform keinen Unterschied mehr, wo du deinen Bachelor- oder Master-Abschluss gemacht hast. Theoretisch sind beide Abschlüsse gleichwertig. Aber das müssen nicht alle Personaler_innen auch so sehen: FH-Absolvent_innen finden im Vergleich in fast allen Fachbereichen schneller eine Vollzeitstelle als die Kolleg_innen von der Uni. Das ergab eine Umfrage vom Spiegel im Jahr 2007. Fünf Jahre später arbeiteten ein Drittel der FH-Absolvent_innen in einer Leitungsfunktion – aber nur ein Drittel der Uni-Absolvent_innen (HISAbsolventenstudie). Allerdings haben die Uni-Absolvent_innen natürlich auch andere Fächer, die nicht alle in einer Leitungsposition münden können. Die richtig großen Unternehmen haben aber oft Bedenken, FHler_innen zu nehmen und entscheiden sich für Personal mit Uni-Abschluss. Ob sich das in den nächsten Jahren ändert, ist unklar.

Viele Unis haben einen exzellenten Ruf, so dass es im Auswahlgespräch durchaus Vorteile haben kann, wenn man an einer dieser studiert hat. Nach dem QS World University Rankings sind die drei besten Unis in Deutschland:

  1. TMU München
  2. Ludwig-Maximilians-Universität München
  3. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Unis haben zwar immer noch einen höheren Status – die meisten Abiturient_innen entscheiden sich für ein Studium an der Uni, nicht an der FH -, aber diese Unterschiede sollen sich angeblich immer mehr auflösen. Was den Trend zu weniger Unterschieden noch verstärkt, ist, dass sich viele FHs “University of Applied Sciences” nennen.

Uni vs. FH: Wie finde ich die passende FH?

Fachhochschulen haben ganz unterschiedliche Bezeichnungen. Was sich jeweils dahinter verbirgt, erfährst du hier.

  • University of Applied Sciences: Das ist eine englische Bezeichnung für Fachhochschulen. Dahinter verbirgt sich die ganz normale Fachhochschule (FH).
  • Kunst-, Film- und Musikhochschule, Schauspielschule: An diesen Fachhochschulen stehen die bildenden Künste (Grafik, Zeichnung, Malerei und so weiter) sowie Schauspiel im Vordergrund. Dabei nimmt die Praxis natürlich den größten Teil des Studiums ein, aber Theorie gehört auch dazu. Wenn du hier studieren willst, musst du zuerst eine künstlerische Aufnahmeprüfung machen.
  • Private und Kirchliche Hochschule: Das ist eine Hochschule in privater Trägerschaft, die zur Vergabe akademischer Abschlüsse berechtigt ist. Ist eine Religionsgemeinschaft der Träger, spricht man nicht von einer privaten Hochschule, sondern von einer kirchlichen Hochschule.
  • Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (FHöV): An der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung werden Beamte und Beamtinnen für den gehobenen Dienst ausgebildet. Theorie und Praxis wechseln sich ab und du bist schon während des Studiums Beamte bzw. Beamtin auf Widerruf. Das macht sich auch auf dem Lohnzettel bemerkbar.

Nachdem dir jetzt die Unterschiede zwischen Fachhochschule und Universität klar sind, solltest du dich ganz in Ruhe fragen, was das Richtige für dich ist. Wir haben dir dafür eine Checkliste bereitgestellt:

 Checkliste: Fachhochschule oder Uni?

  • Bevorzuge ich die Uni oder die FH? Was passt besser zu meinem Lernstil?
  • Kann ich mit meinem Abschluss an der ausgewählten Hochschule (Uni oder FH) studieren?
  • Kann ich das Fach, das ich studieren will, an der ausgewählten Hochschule studieren?
  • Ist mir klar, welchen Beruf ich ergreifen möchte oder auf welche möglichen Berufe der Studiengang vorbereitet?
  • Habe ich mich über die Semesterbeiträge informiert und weiß, wie ich sie finanzieren werde?

Weitere Informationen findest du auf den Seiten von studycheck und Einstieg.

https://www.studycheck.de/ratgeber-studium/uni-vs-fh

https://www.einstieg.com/studium/uni-oder-fachhochschule.html

Viel Erfolg bei der Hochschulwahl wünscht

Rabea

Quellen

https://www.topuniversities.com/university-rankings

https://www.dzhw.eu/services/meldungen/detail?pm_id=1444

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