Prüfungsphase. Ich sitze angespannt** und mit Kopfschmerzen** vor meinen Aufzeichnungen. Ich habe Angst zu versagen* und kann gar nicht anders als an mir selbst zu zweifeln.* Mich frustriert, dass ich meinen Freunden schon wieder absagen muss*, da ich einfach nicht vorankomme. Die Tatsache, dass die Prüfung schon übermorgen ist, setzt mich total unter Druck.* Meine Gedanken kreisen um die Zeit bis zur Prüfung. ** Ich habe Hunger* und mir ist kalt*. Kurzum: Ich habe Stress.

Was ist dieser Stress?

Was ist Stress? Wenn wir über Stress reden meinen wir eigentlich Stressreaktionen**. Diese lassen sich auf vier Ebenen betrachten. Zum einen reagieren wir auf der motorischen Ebene. Unsere Muskeln spannen sich an, denn unser Körper soll für Flucht oder Kampf vorbereitet werden. Auf der physiologischen Ebene wird unser Nervensystem angekurbelt und als Folge dessen, werden viele Prozesse wie beispielsweise die Hormonausschüttung oder die Bereitstellung von Energie in Gang gesetzt. Auch auf emotionaler Ebene reagieren wir. Wir empfinden Angst, Ärger und manchmal sogar Freude als Folge auf einen Stressor. Eine weitere Ebene ist die kognitive. Wir nehmen unseren Stressor verstärkt wahr und haben Gedanken, die sich um den Stressor drehen.

Stressoren – Woher kommt dieser Stress?

Doch was ist überhaupt ein Stressor? Ein Stressor* ist ein Reiz, der eine Stressreaktionen auslöst. Alles kann zum Stressor werden. Dazu gehören körperliche Stressoren wie Hitze, Lärm und Hunger ebenso wie soziale Stressoren beispielsweise Konflikte, Isolation oder Gruppendruck. Auch Phänomene wie Stau, Freunde die nicht auf unsere Nachrichten antworten und rote Ampeln können Stressoren sein. Die typischen Stressoren, die wir speziell im Studium erleben, sind psychische und Leistungsstressoren. Äußere Anforderungen, die einen bestimmten Rahmen sprengen, aber u.a. auch Versagensängste, Leistungsüberforderungen und Zeitdruck. Stressoren können also aus unserer Umwelt stammen, aber auch in uns liegen. Wer was wann als Stressor empfindet, unterscheidet sich sehr. Während der eine kaum Stress erlebt, kann der andere bereits körperlich und psychisch am Ende sein.

Diese interindividuellen Unterschiede existieren, weil Stressreaktionen nicht immer im gleichen Maße durch die gleichen Stressoren ausgelöst werden. Entscheidend für unser Stresserleben ist, wie wir den Stressor und unsere Möglichkeiten zur Stressbewältigung einschätzen. Stress entsteht also nicht durch den Stressor, sondern durch die Bewertung des Stressors, der Situation und der Ressourcen!

Stressfolgen – Was macht dieser Stress?

Daraus folgt, dass auch positiver Stress erlebt werden kann! Positiver Stress wird als Eustress bezeichnet und meint die Reaktion auf Stressoren, die sich positiv auf unseren Organismus auswirken. Wenn wir unsere Stressbewältigung als gut einschätzen, kann der ausgelöste Stress auch sehr förderlich sein. Unsere Aufmerksamkeit ist fokussiert, unser Körper stellt viel Energie bereit und ist dadurch leistungsfähiger. Kurzum: Wir sind motiviert! Positiver Stress führt dazu, dass wir uns weiterentwickeln. Jede gelungene Stressbewältigung stärkt unser Selbstbewusstsein und trainiert unsere Bewältigungsfähigkeiten! 

Was aber, wenn wir Zweifel in Bezug auf die Stressbewältigung haben? Ein Stressor kann genauso gut negativ bewertet werden. Die typische Stressreaktion sieht so aus: Der Stressor versetzt uns in eine Alarmphase. Unser Widerstandsniveau nimmt ab. Hiermit ist der typische Schockmoment, also die kurzfristige Erschöpfung, gemeint. Wenn der Stressor über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt, steigt unser Widerstandsniveau jedoch wieder an. Wir bekämpfen den Stressor aktiv durch Stressbewältigung. Das kostet allerdings eine Menge Kraft, sodass sich die Erschöpfungsphase einstellt und unser Widerstandsniveau wieder sinkt. Wenn der Stressor nun weiterhin bestehen bleibt und unsere Bewältigungskapazitäten ausgeschöpft sind, empfinden wir dauerhaft ungesunden Stress.

Dieser dauerhafte Stress hat negative Folgen für unsere psychische und physische Gesundheit. Gerade zu Beginn des Studiums treten eine Menge Stressoren auf: Der Übergang von Schule zu Studium ist mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Du musst mehr in kürzerer Zeit lernen und dich gleichzeitig an die neue Umgebung gewöhnen. Das kann Druck erzeugen, den du nicht zwangsläufig sofort gut wegstecken kannst. Ähnlich ergeht es uns in der Prüfungsphase. Zeitdruck, hohe Leistungsanforderungen, Selbstzweifel und Unzufriedenheit mit dem Privatleben sind nur einige Stressoren, die jetzt vermehrt auftreten. Viele Stressoren, mit denen du dich auseinander setzen musst. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich Techniken zur Stressbewältigung anzueignen. Stressoren kannst du nur schwer vermeiden, aber Bewältigungsstrategien lassen sich leicht entwickeln!

Daten zur Stressbewältigung – Was tun gegen diesen Stress?

Eine Studie hat College-Studenten zu ihrem Stressempfinden und ihren Strategien zur Stressbewältigung befragt. Dabei wurde untersucht, welche Bewältigungsstrategien von der Gruppe angewandt werden, die eine höhere Stresstoleranz hat. Das waren die förderlichen Faktoren:

  1. Ein stabiles soziales Umfeld: sich unterstützt fühlen, genügend soziale Interaktion erleben und regelmäßigen Kontakt zur Familie pflegen
  2. Das Aufrechterhalten physischer Gesundheit: mindestens acht Stunden Schlaf, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die Teilnahme am Hochschulsport
  3. Gute Wohnumstände: Zufriedenheit mit der Umgebung und genügend Privatsphäre
  4. Das Gefühl von Kontrolle: Wenn du glaubst, deine Probleme aktiv in Angriff nehmen zu können, dann tust du es auch!
  5. Entspannung, genügend Freizeit und Regenerationszeit

Der Gebrauch oder Missbrauch von Alkohol war durchweg eine Bewältigungsstrategie, die mit weniger Stresstoleranz assoziiert war.

Das bedeutet für dich: Du hast selbst in der Hand wie viel Stress du empfindest! Achte auf deine körperliche und psychische Gesundheit, nehme den Stressor als Chance wahr und hole dir Unterstützung von Freunden und Familienmitgliedern! Stressbewältigung kannst du trainieren!

Eine weitere Möglichkeit: Stressoren aus kommenden Semester minimieren, indem du sie schon jetzt aus dem Weg schaffst: Dieses Video zeigt dir wie!

Emilie

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